Bauhaus-Stil
Wer sich mit der Konstruktion dieser Leuchte etwas näher beschäftigt, ahnt möglicherweise, dass sie in der Tradition des Bauhauses steht. Der Entwurf ist auf geometrische Grundformen reduziert. Fuß und Schirm aus schwarzem und dunkelrotem Metallblech sind kreisrund. Die Verbindung übernimmt ein verchromtes Vierkantrohr aus Metall. Kreis und Viereck. Eine besondere Funktion hat der schwenkbare Schirm: Waagerecht übernimmt das Objekt eine klassische Funktion als Schreibtischleuchte. Stellt man den Reflektor mit Doppelfassung für Glühbirnen senkrecht, wirkt die Leuchte wie eine Skulptur, die ein tolles Lichtspiel an die Wand zaubert. Das Modell, das von der Egon Hillebrand Leuchten-Metallwaren-Fabrik in Neheim-Hüsten zwischen 1961 und 1969 ausgeführt wurde, erhielt den Produktnamen „Oslo“, eine Hommage an den angesagten Einrichtungsstil aus Skandinavien. Der Designer, Heinz G. Pfaender (1928–2015) hatte unter anderem in der Werkstatt von Wilhelm Wagenfeld gearbeitet, bevor er zu einem einflussreichen Industriedesigner und Hochschuldozenten wurde.
Er sah Design nicht als rein ästhetische Zutat, sondern als notwendige Synthese aus technischer Funktion und menschlicher Nutzung, wie seine Schriften in Zeitschriften wie Form und Publikationen vom Rat für Formgebung belegen. Er war ein Verfechter der funktionalen, ehrlichen Gestaltung (ähnlich der Ulmer Schule), warnte jedoch schon früh vor einem rein oberflächlichen „Styling“ (von ihm kritisch als „Design-Friseure“ bezeichnet).
Frage: „Ist industrielle Formgebung die Aufgabe des Künstlers oder eines Ingenieurs?“







