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Eisbär, Imperial Amphora, Turn-Teplitz, 1920er/ 1930er-Jahre

Wer möchte ein Eisbär sein, im tiefen Polar? Grauzone … Dann doch lieber ein Objekt der Begierde in einem cool gestalteten Raum. Hier ist es: imposant, virtuos, aus Keramik.

890,00 

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Eisbären-Dramatik

Selten hat die Darstellung eines Eisbären so viele Emotionen geweckt. Mit seinen rund 100 Jahren scheint der weiße Geselle die Situation von heute fast vorwegzunehmen. Er steht auf einer winzigen Scholle, und es scheint, als würde sich sein Körper nach einer nächsten kleinen Scholle strecken. Die Polkappen schmelzen. Das Eis wird dünner. Und doch trägt die Figur auch Hoffnung. Nichts scheint verloren.

Die Bemalung ist sparsam und auf wesentliche Teile der Figur reduziert: Schnauze, Augen, Tatzen und dazu dieses Grün der Scholle. Besonders imposant ist die Größe der Plastik, die aus Keramik und nicht aus Porzellan geformt ist. Unter dem Stand gibt es verschiedene Nummern, die auf das Modell und die Malersignatur hinweisen.

Herkunft: Tschechoslowakei

Die Amphora-Werke waren eine Porzellanmanufaktur in Turn-Teplitz im Königreich Böhmen (Österreich-Ungarn, ab 1918 Tschechoslowakei). Sie existierten von 1892 bis 1945 (1946 geschlossen) und sind bekannt für ihre Jugendstil-Kunstkeramiken sowie Vasen.

Geführt wurden sie seit 1876 von Alfred Stellmacher und seinen Nachkommen. Zu den Spezialitäten gehörten Elfenbeinporzellan und Scharffeuer-Emaille-Dekorationen. Zum Erfolg des Unternehmens trugen Prämierungen auf nationalen und internationalen Ausstellungen wie der Pariser Weltausstellung und der World’s Columbian Expo 1893 in Chicago bei. Mit der internationalen Anerkennung floss ein großer Teil der Produktion in den Export, besonders in die USA. Nach und nach entstanden Niederlassungen in Wien, Leipzig und Paris sowie Vertretungen in New York und London. Die Manufaktur beschäftigte zu Spitzenzeiten bis zu 300 Mitarbeiter. 

Um 1900 entstanden Modelle im Jugendstil, kunstkeramische Erzeugnisse in Steingut und Porzellan: Vasen in hunderten Varianten, Ziergefäße sowie Figuren aller Art. Die Herstellung von Gebrauchsgeschirr bildete eher die Ausnahme. Außer den firmeneigenen Ideengebern wie Eduard Stellmacher und Paul Dachsel (beide ausgebildet an der Kunstgewerbeschule Dresden) sowie dem akademischen Maler Hans Riessner, konnten international bekannte Künstler wie Arthur Strasser, Ernst Hegenbart, Josef Piffrader und Nikolaus Kannhäuser als Gestalter gewonnen werden. Einer von ihnen zeichnet für die Figur des Eisbären verantwortlich.

Auch in den 1920er- und 1930er-Jahren blieben die Amphora Werke in Familienbesitz. Im Mai 1945, direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde die Manufaktur mit der Wiederherstellung der Tschechoslowakei als 3. Tschechoslowakische Republik verstaatlicht und im August 1946 die Produktion ganz eingestellt.

Ausführung Imperial Amphora
Material

Keramik

Maße

31 x 18,5 x 27,5 cm (H x B x T)

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