Ein Ritt durch die Geschichte
Schon in den 1950er- und 1960er-Jahren gehörte Murano-Glas zu den beliebtesten Souvenirs aus der Lagunenstadt. Doch bereits im 6. Jahrhundert gab es in Venedig erste Glashersteller. Als es auf den Gassen der Stadt enger wurde und die Brandgefahr durch die Schmelzöfen stieg, fiel 1291 der dogale Entschluss, die Glasproduktion nach Murano auszulagern. Der Umzug gilt als Grundlage für den späteren Erfolg der Manufakturen, denn die Konzentration führte zu einem regen Austausch unter den Handwerkern. Gleichzeitig konnten die ihre Geheimnisse aufgrund der Insellage gewahrt werden.
Im 15. Jahrhundert gelang erstmals die Herstellung durchsichtigen Glases. Das „Cristallo Veneziano“ wurde eine Haupteinnahmequelle der Republik Venedig. Murano blieb Jahrhunderte das wichtigste Zentrum der europäischen Glasproduktion. Ab dem 16. Jahrhundert wanderten einige Glasbläser ab und gründeten nördlich der Alpen neue Existenzen. Der Aufstieg böhmischer Gläser im 18. Jahrhundert steht damit in engem Zusammenhang.
Ein Jahrhundert später brachte der aufkommende Tourismus den Venezianern neuen Auftrieb im Luxusglas-Segment, im Zeitalter reisender Massen nach dem Zweiten Weltkrieg einen Boom. Unter unzähligen Aschern sind die mit geschliffenem Rand selten. Doch gerade die plane Fläche ermöglicht einen Blick auf das changierende Innenleben und die angewandte Technik: Sommerso. Dafür wurde der Rohling an der Pfeife in verschieden farbige Glasmassen getaucht, ohne diese zu vermischen. Die Exaexakten die den Reiz der Objekte ausmachen. Überzeugen Sie sich selbst.
„Jedes Stück Glas trägt ein Stück der Seele seines Schöpfers in sich.“
Marina Fiorato, aus ihrem Roman „Die Glasbläserin von Murano“







