Einfach glänzend aufgelegt
Ursprünglich entstanden Glasobjekte wie dieses oft als Aschenbecher. Wegen der stattlichen Größe kann man in diesem Fall aber eher von einer Schale sprechen. Ausgeführt wurde sie auf Murano, jener Insel vor Venedig, auf der einst alle großen Glasmanufakturen und Künstler beheimatet waren. Aufgrund der angewandten Sommerso-Technik kommen die Sixties als Entstehungszeitraum in Betracht. Bei diesem Verfahren wird der Glaskörper immer wieder in kontrastierende Glasschichten eingetaucht, ohne diese zu vermischen, wodurch ein tiefer Farbeffekt entsteht.
Die Methode erfordert besondere Handwerkskunst, da der Glasbläser das Temperaturverhältnis zwischen den verschiedenen Glasschichten exakt steuern muss, um Risse zu vermeiden. In diesem Fall wurde rotes Glas zunächst farblos überfangen und im Anschluss um Gelb, Grün und Türkis ergänzt. Das Design ist leicht organisch. Wichtig auch, dass die Schale oben plan abgeschliffen wurde, was die Farbeffekte noch verstärkt.
Entsprechende Gläser wurden von verschiedenen Institutionen gefertigt, darunter Persönlichkeiten wie Flavio Poli oder Seguso. Selten sind ihre Erzeugnisse signiert. Die meisten erhielten ein Klebeetikett, das mit der Zeit verschwand. Was bleibt, ist ein faszinierendes Stück Mid-Century-Moderne, das man immer wieder gerne in die Hand nimmt, um die Farben zu erkunden.







