Lufthansa-Dose: Equator oder Äquator?

Willkommen zu einem Ausflug in südliche Gefilde. Was in einer Höhe von 6000 Fuß so serviert wurde, lässt diese Dose aus der Lufthansa First Class erahnen: Luxusflüge in den 1950er-Jahren

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Über den Wolken …

Es gab eine Zeit, da wurden Fluggäste noch nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Wir fliegen zurück in die 1950er-Jahre und befinden uns an Bord einer legendären Lockheed L-1049 Super Constellation. Aufgrund ihrer elegant geschwungenen Form wurde sie auch „Super Star“ genannt. Mit ihr bot die Lufthansa ein exklusives und mehrtägiges Abenteuer an: eine Äquatorüberquerung auf dem Weg nach Südamerika.

Auf den Flügen zelebrierte die Besatzung die Äquatortaufe mit Urkunden für die Passagiere. Flüge nach Buenos Aires oder Rio de Janeiro waren ein veritabler Marathon mit zahlreichen Zwischenstopps zum Auftanken – Paris, Lissabon, Dakar und Recife. Die Flüge kosteten damals ein Vermögen. Ein Ticket entsprach schon mal dem Gegenwert eines neuen Kleinwagens.

Abgefahren, keineswegs abgehoben

Dementsprechend groß war der Luxus an Bord. Die Kabine war für die damalige Zeit sehr geräumig. Die Sitze ließen sich weit zurückstellen. Den Passagieren der Propellerflugzeug-Ära boten sie eine bemerkenswerte Beinfreiheit. Das Catering gilt als Meilenstein der Servicegeschichte. Es wurden Mehrgang-Menüs auf feinstem Porzellan serviert, begleitet von edlen Weinen und Bier vom Fass. Dazwischen gab es süße Köstlichkeiten – etwa aus unserer Keramikdose. Sie ist in Kooperation mit  Wächtersbach Keramik und der Schokoladenmarke Sarotti entstanden. Passend zur Aufschrift „Equator / Äquator“ bezog Sarotti auch Kakaobohnen aus dieser Region. Ein perfektes Match für alle Beteiligten. Feine goldene Linien betonen die Silhouette. Man spricht nicht umsonst vom Goldenen Zeitalter der Luftfahrt …

Da die Flugzeiten sehr lang waren, bot die Crew an Bord viele Annehmlichkeiten wie Schach, Kartenspiele und sogar Reiseschreibmaschinen, um sich die Zeit zu vertreiben. Die Betreuung durch die Flugbegleiter und Stewardessen war sehr persönlich und die Passagierzahl überschaubar, entsprechend exklusiv die Atmosphäre an Bord.

Eine Win-win-Situation.

Die Keramikmanufaktur Wächtersbach entstand 1832 im hessischen Brachttal-Schlierbach. Sarotti öffnete 1852 in der Berliner Friedrichstraße seine Türen. In Hessen entstanden technische Innovationen wie das Kupfer-Umdruckverfahren von 1840 sowie der Steinbuntdruck 1870. In Berlin wurde bald auf die industrielle Herstellung von Süßwaren mittels Dampfmaschinen umgestellt. 1894 wurde die Wortmarke Sarotti angemeldet. Bis zum Zweiten Weltkrieg befand sich Sarotti auf Erfolgskurs. Nach Kriegsende wurde das Werk zu 85 Prozent demontiert und startete erst nach ein paar Jahren neu in Hattersheim.

Schon bald entstanden neue Produktionsanlagen in Berlin und bei Frankfurt. Schokoschätze boomten. Sarotti war angesagt. Das zeigt auch die Kooperation mit Lufthansa First Class. Heute ist das alles etwas anders. Sarotti hat den edlen Nimbus verloren, und Wächtersbach steht längst unter chinesischer Führung. Was bleibt, ist dieses Stück aus einer glorreichen Zeit, in der man sich definitiv mehr Mühe gegeben hat, etwas Besonderes zu bieten.

Objekt

Dose aus der Lufthansa First Class. Eine Kooperation mit Wächtersbach und Sarotti

Material

Keramik, farbig und gold staffiert

Maße

3,5 x 10,5 x 6,3 cm (H x B x T)

Zustand

unbeschädigt

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