Max Diel: „Picture Me II“, Öl auf Aluminium, 2021

Achtung Aufnahme. Etwas Zeit, einige wichtige Facetten über den Maler Max Diel einzufangen.

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Ganz nebenbei

Falls Sie sich zwischendurch einmal fragen, warum viele Max-Diel-Werke im Portfolio von SD Schöne Dinge schon ein paar Jahre alt sind, liegt es nicht daran, dass es sich um „Ladenhüter“ handelt. Schließlich gibt es mein Geschäft erst seit Anfang April 2026. Es ist viel eher meine persönliche Auswahl als Kurator. Aus dem Bestand in Diels Atelier habe das ausgewählt, was mich persönlich begeistert, wie seine Arbeit „Picture Me II“ von 2021. Ich war sofort von der Dynamik, der starken Farbigkeit und dem Motiv an sich geflasht. Ich finde das Bild großartig. Was für eine Power. Und es macht neugierig.

Aber wann ist Diel selbst mit einem Werk fein? „Wann finde ich ein Bild gut? Du malst, und du triffst Entscheidungen. Das fängt beim Motiv an. Wie stelle ich etwas dar? Das geht immer weiter. Irgendwann fängst du an zu malen und bist in einem Zwiegespräch. Und das dauert Stunden, Tage, und du triffst Entscheidungen, Entscheidungen, Entscheidungen. Du kannst dich fragen, woran du sie festmachst? Es gibt Künstler, die haben ein rationales Korsett – gerade in Deutschland ist das sehr beliebt, sich verkopften Themen zu stellen. Ich habe das eben nicht. Für mich ist eher eine Stimmung ausschlaggebend. Daher ist es schon wichtig, welche Musik man gerade hört und welche Firme man gerade gesehen hat.“ Diel nennt Nina Simone, Jaques Brel, Anne Clark und „a-ha“ sowie die Stimmung in Alfred-Hichcock-Filmen. All das schwingt in seinen Werken mit. „Ich mache da keinen Unterschied. Das sind Sachen, die sich einfach einschleichen. Meistens ist ja eine gewisse Stimmung ausschlaggebend.“

Und nicht selten weht ein Hauch von Wehmut durch Diels Bildwelten. Auf der Suche nach einem Idealzustand, auf der Suche nach einer verlorenen Zeit oder nach verloren gegangenen Werten. Aber: „Melancholie bedeutet Freude am Leiden. Ich fand dieses Zitat auf anhieb passend. Man kann den Begriff nicht eindeutig einer positiven oder negativen Bewertung unterwerfen. Sie schwingt in einem Zwischenbereich, der zu meiner Malerei passt.“ Dazu gesellen sich die gewählten Ausschnitte, die oft etwas Unvollkommenes transportieren, die fein austarierten Farben und Diels Faszination für Momentaufnahmen. Die Fotografin hinter ihrer Kamera ist so ein Augenblick mit einer hohen emotionalen Dichte. Ein Grund, warum man Bilder wie dieses immer wieder anschauen kann, ohne ihrer überdrüssig zu werden.

Künstler/in Max Diel
Titel

Picture Me II

Entstehungsjahr

2021

Maße

30 x 40 cm (B x H)

Signatur

rückseitig Titel, Datierung und Signatur „Max Diel"

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