Antike Sternenkarte „Equuleus”, 1648

Wenn die Sterne funkeln, flüstern sie von fernen Welten und vergessenen Träumen. Eine Reise in das Jahr 1648 und zu einem kaum bekannten Sternenbild: dem Fohlen.

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Ich seh’ den Sternenhimmel …

… doch der Sänger Hubert Kah war 1982 nicht der erste, der ins Firmament schaute. Im Jahr 1603 erschien ein Himmelsatlas, der von dem deutschen Juristen und Astronomen Johann Bayer erstellt worden war. „Uranometria“ stellt die erste genaue Sternkarte dar und enthält erstmals die Sterne der nördlichen und südlichen Halbkugel. Der Atlas zeigt nur Sterne, die mit bloßem Auge sichtbar waren. In der Uranometria führte Bayer ein System zur Benennung von Sternen ein. Die sogenannte Bayer-Bezeichnung mit griechischen und lateinischen Buchstaben findet bis heute Verwendung. Im Jahr 1648 wurde das Werk erneut aufgelegt. Das vorliegende Blatt stammt aus dieser zweiten Auflage und ist ein handkolorierter Kupferstich.

Die Story dahinter

Bereits vor dem 17. Jahrhundert hatte es Versuche gegeben, Sternkarten zu zeichnen, jedoch waren diese aufgrund fehlender verlässlicher Daten sehr ungenau. Bayer verwendete nun mehrere Quellen, etwa der Almagest von Ptolemäus. Außerdem besaß er Aufzeichnungen des dänischen Astronomen Tycho Brahe, der viele Jahre lang exakte Sternenpositionen in der nördlichen Hemisphäre bestimmt hatte. Sein Sternenkatalog wurde erst 1602 in Druckform herausgegeben. Es waren aber zuvor handschriftliche Exemplare in Umlauf, von denen Bayer offensichtlich eines besaß.

Bayer führte auch eigene Beobachtungen durch. Für den südlichen Sternhimmel bediente er sich der Aufzeichnungen des niederländischen Navigators Pieter Dirkszoon Keyer und Pedro de Medina.

Unser ungestümes Fohlen

In der Himmelsregion zwischen den Sommer- und Herbststernbildern versteckt sich eine kleine, sehr unscheinbare Figur, das Füllen (Fohlen), das kleine Pferd. Das Sternbild des Equuleus ist das zweitkleinste Sternbild der klassischen Antike. Es liegt unauffällig zwischen den drei Sternbildern Pegasus, Delfin und Wassermann. Nur das berühmte Sternbild „Kreuz des Südens“ ist noch kleiner.

 

Technik

Von Hand kolorierte Kupferstichradierung

Veröffentlicht

Uranometria von Johannes Bayer, Tafel 18, Augsburg 1648

Maße

Stichmaß: 28,5 x 38,2 cm.

Zustand

Schöner Druck und Farben, altmontiert auf Karton, guter Zustand dieses interessanten Sternbildes.

Rahmung

Lackiertes Holz. Museumsglas

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