Wie eine Pariser Hauskatze zum Modell wurde
Im Frühjahr 2026 tauschte der Berliner Maler Max Diel seinen Lebensmittelpunkt für ein paar Wochen gegen die französische Metropole ein. Er kümmerte sich dort um die Katze einer Freundin und deren Appartement im 14. Arrondissement. Neuhochdeutsch: Home Sitting und dazu der tägliche Job als Dosenöffner.
Diel und Tipsy verstanden sich auf Anhieb. „Eine Katze hat ihren eigenen Bio-Rhythmus, auf den man sich einstellen muss“, erklärt der Maler und erinnert sich: „Irgendwann lag sie auf dieser Decke. Für mich war das ein Moment der Inspiration. Dann habe ich immer so ein Bauchgefühl. Da könnte etwas sein, aber ich weiß es nicht. Eine Art Mysterium. Man will etwas entfachen. Ob es funktioniert, zeigt sich erst hinterher.“
Es hat geklappt, wie man sieht. Ein Volltreffer. Vom leuchtenden Blau der Decke, aus den ein Katzenohr rosa herausleuchtet, bis zum realistisch eingefangenen Fell der Pariser Gespielin. Man möchte es berühren. „Die Aquarell-Technik hat für diesen Effekt gut funktioniert“, freut sich der Maler, der das Motiv auch in Öl ausprobierte – viel weniger spektakulär.
Sein werkimmanentes Thema, das Zusammenspiel aus Abstraktion und Figuration, lässt sich auch an dieser Arbeit festmachen: Die Geometrie des Deckendessins bildet den Hintergrund für einen virtuos getroffenen Katzenkörper in völliger Entspannung. Typisch für Diel ist dabei auch die Momenthaftigkeit der Darstellung: Tipsy auf einem Bett, an einem Nachmittag, in einer Drei-Zimmer-Wohnung, mitten in Paris. Festgehalten in einer wunderbaren Gouache.










